Darf es etwas mehr sein? - Monatsgedanken September 2011

Gesang (Foto: Andreas Bertram-Weiss)

Gesang (Foto: Andreas Bertram-Weiss)

Meistens freuen wir uns, wenn wir ein bisschen mehr bekommen. Im Gottesdienst Anfang August gab es nach dem Eingangslied ein Wunschkonzert. Jede und jeder konnte sich Lieder aus dem Gesangbuch wünschen. Wir sangen nicht wie sonst nur fünf sondern vierzehn Lieder. „Interessant, was, die anderen so auswählen“, war eine Stimme nach dem Gottesdienst. „Ich hätte noch viel mehr auswählen können.“ „ Ich habe jetzt einen Ohrwurm von diesem Lied aus Jamaica.“
Singen drückt unsere Stimmung aus. Im Singen danken, rühmen, beten, klagen und bitten wir zusammen als Gemeinde. Wie vielleicht manch eine noch aus der Schule weiss: Wir können alle zusammen singen, aber nicht reden. Beim Singen trägt die Gemeinschaft. In den Psalmen kommt neben den Liedern, die den Einzelnen auffordern („Mein Herz ist bereit, Gott, ich will singen und spielen.“ Ps 57), sogar noch öfter der Ruf an die Gemeinschaft vor: „Singet dem Herrn ein neues Lied! (Ps 98).“ Beim Gemeindelied treten wir gemeinsam vor Gott.

Singen Sie gerne? Im Kindergarten singen wohl noch die meisten gerne und laut. Dann wird es häufig weniger. In der Jugend gilt es dann vielleicht als uncool mitzusingen. Musik hören steht dann höher im Kurs.

Singen Sie mit? Den einen wurde in der Kindheit vielleicht eingeredet, dass sie nicht schön singen könnten. Manch einer denkt vielleicht auch heute: „Im Radio klingt es doch schöner.“ oder ganz zurückhaltend: „Das Lied kenne ich nicht.“ Da fällt mir der ganz pragmatische Konfirmand aus dem letzten Jahrgang ein: „Wenn ich ein Lied nicht kenne, dann singe ich eben erst bei der zweiten Strophe mit.“

Vielleicht können Sie den Gottesdienst auch einmal unter gesundheitlichem Aspekt betrachten. Singen ist gut für die Gesundheit: Belegt doch eine Studie der Universität Frankfurt, dass Singen die Antikörper im Blut ansteigen lässt, die unter anderem die oberen Atemwege vor Infektionen schützen. "Singen ist ebenso gesund wie Meditation und leichter, aber regelmäßiger Sport" erklärt Studienleiter Gunter Kreutz.

Wer nun noch skeptisch ist: Wer sprechen kann, kann singen. Perfekt wird es erst im Himmel, und vor zu falschen Tönen retten uns unsere beiden versierten Organisten schon im Diesseits.

Angenehme Klänge im September wünscht Ihnen

Ihre Pfarrerin Gabriele Weiss
Bereitgestellt: 01.09.2011