Reicht einander die Hände! - Monatsgedanken April 2011
Abendmahl draussen (Foto: Andreas Bertram-Weiss)
Zwei Kinder sind ineinander verkeilt und werden von einem Erwachsenen mühsam getrennt. Dann sagt der: "Was ist denn los! Streitet euch doch nicht so! Kommt, jetzt reicht einander die Hand und vertragt euch wieder!" Vielleicht kennen Sie auch diese Aufforderung aus der Zeit, als Sie noch zur Schule gingen. Mit den Jahren lernen die Streithähne von damals dazu. Ihre Konflikte tragen Erwachsene selten mit Fäusten aus. Eher subtiler. Die Ahnungslose spielen und etwas hinter dem Rücken aushecken. "Mit der kann man nicht reden!" oder "Mit dem will ich nicht reden". Jede und jeder wird sowas schon mal erlebt oder gehört haben.
Kommt, jetzt reicht einander die Hand! Als wenn das so einfach wäre. Es gibt oft gar keinen Schlichter, der sagt: "Jetzt reisst euch mal zusammen, setzt euch an einen Tisch und klärt, was los ist." Obwohl Erwachsene diesen Anstoss gewiss auch brauchen könnten.
Im Studium besuchte ich in Amsterdam einen Abendmahlsgottesdienst in der Norderkerk. Nach dem Gottesdienst sprach uns ein Gemeindeglied an: "Ihr seid zu Besuch- da konntet ihr das nicht wissen. Wir feiern nur zweimal im Jahr Abendmahl. Wir bereiten uns auf das Abendmahl vor: Wir halten Seminare und schauen, was uns von Gott trennt. Wo wir in Konflikten stehen, klären wir die bis zum Abendmahl, damit es ein echtes Mahl des Friedens ist." Ganz gleich wie weit da Anspruch und Realität auseinander liegen mögen. Diese Kirchgemeinde betont beim Abendmahl die Versöhnung in Christus.
Das Abendmahl hat viele Aspekte. In unseren Gottesdiensten betonen wir nach dem Abendmahl die Gemeinschaft: "Wir reichen einander die Hand, als Zeichen der Gemeinschaft in Christus." Im Kreis reichen wir unseren Nachbarn die Hände: wir stehen nicht alleine da, sondern sind Weggenossen. Wir nehmen damit die verheissene Einheit in Christus vorweg und sind verbunden mit der weltweiten Christenheit. Mit Brot und Wein und dieser Gemeinschaft stärkt uns Gott. Gott schenkt Proviant fürs Leben.
Zum Abendmahl sind Sie dreimal im April eingeladen. Zum Beispiel am 3. April gemeinsam mit den Bottighofer Religionsschülern der 5. und 6. Klasse.
Bis dahin alles Gute
wünscht Ihre
Pfarrerin Gabriele Weiss