„Monitor ist going to sleep“ informiert mich der Computer. Es geht nicht um das Familienmitglied, das immer am längsten aufbleibt oder das am längsten braucht, bis es einschläft, sondern um den neuen Computer bzw. dessen Bildschirm.
Intelligente Technik, muss ich sagen. Mit einem Schuss Humor.
„Monitor ist going to sleep“. Das könnte zu einem geflügeltem Wort werden, wie „der ist auf stand by“ oder „die hat auf Autopilot gestellt“.
Doch warum informiert mich der Computer darüber?
Möchte er damit noch etwas anderes sagen? „Nun darf auch deine Arbeit ruhen.“ Oder „jetzt ist erst mal Schluss“ oder „Von mir darfst du jetzt nichts mehr erwarten“?
Noch ist Winter und die ruhigere Zeit, selbst die fleissigen Bienen halten jetzt Winterruhe, sofern die Klimaerwärmung sie nicht mit zu hohen Temperaturen verwirrt. Darum darf es jetzt mal ruhig um den Schlaf gehen. Oder den Moment vor dem Schlaf.
Bei Kindern gehört es oft selbstverständlich zum Schlafengehen dazu, dass gesungen wird, dass der Tag besprochen wird, vielleicht noch eine Geschichte und ein Gebet.
Erwachsenen fällt es oft nicht ganz so leicht, einzuschlafen wie Kindern. Oft fahren die Gedanken Karussell . Und nur bei biorhythmischen Nachteulen kommen regelmässig nachts kreative Einfälle. Eher werden die gleichen Sorgen nochmal durchgekaut.
In den Psalmen wird nächtliche Unruhe immer wieder beschrieben: z.B. „ des Nachts, finde ich keine Ruhe“ (Ps 22, 3). Einschlafschwierigkeiten sind also kein postmodernes oder neuzeitliches Phänomen sondern gehören zum Menschsein dazu. Ein Pfarrkollege von mir bittet darum oft am Ende von Abendveranstaltungen um „gute Gedanken beim Einschlafen“. Im Psalter wenden sich die Menschen an Gott, klagen ihr Leid und bitten zunächst einmal um Schlaf und dann um die Lösung zum Problem.
Es wäre jetzt ein bisschen platt zu schreiben: ein gutes Abendgebet sichert Ihnen auch im Neuen Jahr das Einschlafen. Doch ganz sicher bin ich, dass es dies nicht verhindert. Und sei es ein so einfaches Gebet im Sinne vom Monitor „ich will jetzt schlafen, behüte mich heute Nacht.“ Um neue oder altbekannte gute Erfahrungen sollten Sie sich im Neuen Jahr nicht bringen.
Psalm 127, 2 sagt „Gewiss gibt er seinen Geliebten Schlaf“.
Schlaf ist eine gute Gabe Gottes, in diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen erholsamen Januar und Gottes Segen für das Jahr 2010,
Ihre Pfarrerin Gabriele Weiss
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