Im Kindergarten gelernt - Monatsgedanken September 2020

Indien Ambulanz <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Andreas&nbsp;Bertram-Weiss)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5</div><div class='bid' style='display:none;'>1348</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Lege die Dinge dorthin zurück, wo du sie weggenommen hast - seitdem ich das beherzige, habe ich Schlüssel und Portemonnaie meist zur Hand.
Teile und sei fair. Schlage niemanden. Nimm nichts, was dir nicht gehört.
Alles, was du wirklich wissen musst, hast du im Kindergarten gelernt, nach Robert Fulghum gehört dazu auch die Weisheit, dass Dinge einen roten Faden haben: Alles kommt wieder an seinen Ort. Und wenn du etwas in Unordnung gebracht hast, räumst du es wieder auf.

Eigentlich Selbstverständlichkeiten, sollte man meinen. Doch gibt es welche, die halten sich nicht daran. Direkt vor Augen haben wir den Müll am Strassenrand, den Geistlose aus dem Auto werfen. Komplexer ist es mit den Dingen, die wir nicht sehen. Das vergiftete Wasser in Peru, das der Abraum einer Glencore-Mine hinterlässt. 20 tote Arbeiter und hunderte Erkrankte, die in Indien Gift gegen Pflanzen einsetzten. Das Mittel ist in der Schweiz verboten, doch Syngenta und andere Firmen mit Sitz in der Schweiz verkaufen es weiter. Die ermordete Umweltschützerin und entführte Gewerkschafter, die den Bau eines Staudamms verhindern wollten - wer profitiert davon?
Wenn du etwas in Unordnung gebracht hast, räume es wieder auf. Wie sieht das bei einer Firma aus? Vor wem legt sie Rechenschaft ab, ausser vor ihren Anteilseignern? Hat sie ein Gewissen? Oder braucht es Gesetze und Bestimmungen, die sagen: So nicht!

- Kirchen für Konzernverantwortung -
Dass Konzerne für ihr Handeln und die Folgen Verantwortung übernehmen, sollte nach gesundem Menschenverstand normal sein. Doch es funktioniert nicht von selbst. Systeme sind komplex: Sie können einmal in Hochglanzblättern ihre Wohltätigkeit preisen und ganze PR-Abteilungen beschäftigen, während ein anderer Teil feindlich Menschen und Schöpfung ausbeutet und nur den finanziellen Gewinn sucht.
Aus christlicher Sicht der Nächstenliebe und der Bewahrung der Schöpfung ist deshalb die Konzernverantwortungsinitiative zu unterstützen. Viele Kantonalkirchen, Bistümer und christliche Organisationen rufen deshalb dazu auf, dass in der Abstimmung im November entschieden wird, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz Verantwortung übernehmen. Die Welt und die Menschheitsfamilie sind miteinander verbunden. Es gehört Mitgefühl dazu, die Geschädigten als Menschen wahrzunehmen und den Schaden zu beheben. So wie die indische Ärztin auf dem Foto einen Schlangenbiss verbindet. Auch Pensionskassen und Aktionäre haben die Möglichkeit, sich für ethische Anlagen zu entscheiden. Sind auch Sie dazu bereit?

Eigentlich haben wir es im Kindergarten gelernt: Der kleine 5-Jährige sollte nicht mit einem Grinsen davonkommen, wenn er Tom die Tasche bemalt und Mia Tee über den Kopf kippt. Lassen wir auch Konzerne verantwortlich handeln.

Ihr Pfarrer Andreas Bertram-Weiss

Kirche für Konzernverantwortung
Bereitgestellt: 21.08.2020     Besuche: 30 Monat