Mit neuen Farben malen - Monatsgedanken Januar 2020

Malpinsel<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5</div><div class='bid' style='display:none;'>1288</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Das neue Jahr liegt wie ein leeres Blatt vor uns.
Wie werden wir es erleben? Ja bildlich gesprochen «Was werden wir auf dieses Blatt malen?»
Die einen haben vielleicht den immer gleichen bewährten Stift, mit dem sie schon eine recht gute Skizze von ihrem Jahr haben. Die anderen sind auf Neues aus und wollen Stifte oder Farben nehmen, die sie noch nie benutzt haben. Manches im Jahr 2020 haben wir schon konkret vor Augen und können es uns gut vorstellen. Anderes erwarten wir bang: eine Operation, eine Prüfung, ein Treffen mit ungewissem Ausgang. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass wir Vieles im neuen Jahr erleben werden, womit wir nun überhaupt noch nicht rechnen. Das kann Schönes sein, wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, oder Schmerzhaftes wie ein Verlust oder eine Enttäuschung.
Wer malt denn eigentlich? In einem Gespräch erzählte mir eine Mutter, dass sie die besten Stifte und eine Riesenauswahl an Materialien für ihre Kinder bereit hatte, wenn es um das Gestalten, Malen und Basteln ging. Tatsächlich regt mich auch eine neue Sammlung von Stiften zum Ausprobieren an, wenn ich sie nur schon sehe. Dann möchte ich wissen, wie sich nun dieser Rotton auf Papier macht oder wie zwei Farben zusammenpassen.

Nicht jede und jeder malt gerne. Manche Generation kriegte von Lehrern oder Eltern vermittelt, dass ihre Bilder nichts Besonderes seien oder sie kein Talent hätten. Andere hatten tatsächlich kaum Material oder freie Zeit und haben deswegen ihren eigenen Malstil nicht so ausgebildet. Schulnoten ordnen ein Bild in ein Raster ein und können das eigene Malen hemmen. So sagen manche: «Ich kann nicht malen.»

Heute lernen Kinder auch wieder weniger, sich mit eigenen Bildern auszudrücken. Fast jedes Motiv können wir im Internet suchen und so perfekt ausdrucken. Was soll man da selbst malen? Oft gibt das Kind dem Ausdrucken den Vorzug vor dem Selbstmalen. Ein Fotopinguin aus den Tiefen des Internets mag auf den ersten Blick echter aussehen als ein selbstgemalter Pinguin, bei dem die Proportionen vielleicht nicht so stimmen. E
s wäre total schade, wenn deswegen ein Kind nicht mehr übt, wieder und wieder seinen eigenen Pinguin zu versuchen. Es entwickelt dabei neben seinem eigenen Malstil auch seine Persönlichkeit.
Zurück zu unserem Neuen Jahr. Vergleichen wir es mit dem Malen! Trauen wir uns ruhig ein eigenes Bild zu! Wir brauchen keinem perfekten Bild zu entsprechen, sondern können unseren eigenen Pinselstrich setzen. Vertrauen wir auf die eigene Kreation!
Möge Gott uns schöne Farben bereithalten, mit denen wir gerne loslegen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes, buntes Jahr,
Ihre Pfarrerin Gabriele Weiss
Bereitgestellt: 06.01.2020     Besuche: 46 Monat