Störrisch - Monatsgedanken September 2019

Klompen<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>48</div><div class='bid' style='display:none;'>1276</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Im Holländischen gibt es eine Redensart, die übersetzt heisst «die störrischen Schuhe anziehen». Sie stammt aus dem bäuerlichen Alltag. Gemeint sind Schuhe, die vielleicht etwas nass, verdreckt oder sehr schwer sind: vielleicht Stallstiefel oder die hölzernen, holländischen Klompen.
Da musste vielleicht nochmal jemand zu den Tieren sehen. Es war schon spät, dunkel und kalt, aber jemand zog die Schuhe an, weil das seine Aufgabe war. Das gehörte eben dazu.

Auch wenn die wenigstens von uns Stallstiefel haben, nasse, kalte Schuhe kennen wir schon. Das können wir auf unseren normalen Alltag übertragen. Da müssen wir manchmal Aufgaben übernehmen, die uns Überwindung kosten. Mit jemanden reden, der es uns schon mal schwer gemacht hat. Oder mit einer Aufgabe endlich anfangen, die wir schon eine Weile vor uns hergeschoben haben. Selten starten wir dann leichtfüssig oder gar beschwingt.
Jesus sendet seine Jünger in seine Nachfolge aus und sagt auch was zu den Schuhen: «Nehmt nur ein Paar Sandalen mit!» Das ist nicht viel, war aber damals vermutlich doch ein Standard. Allerdings steht das nur im Markusvangelium (Mk 6, 9) so. Bei Matthäus (Mt 10,10) sollen sie sogar barfuss los.

In diesem Fall bleibe ich beim Markusevangelium, denn es hat noch einen anderen Vorzug: Jesus schickt seine Freunde zu zweit auf den Weg. Also braucht keiner alleine los. Für die Aufgabe, die die Jünger hatten: von Dorf zu Dorf ziehen und dort zu heilen und zur Umkehr zu rufen, war das gewiss gut.
Die Jünger zogen los mit ihren «störrischen» Sandalen. Sie waren direkt von Jesus beauftragt. Seine Stimme hatten sie im Ohr, wenn sie von Gott erzählten. Jesu Nähe war für sie spürbar, das wird sie gestärkt haben.

Diese unmittelbare Erfahrung haben wir nicht. Weil das schon sehr bald so war, auch für die Christen im ersten Jahrhundert, wurden Jesu Worte aufgeschrieben. So hören wir sie heute von anderen Menschen oder lesen sie.

Wie steht das nun mit unseren Aufgaben? Sind die störrisch? Was bräuchten wir da an den Füssen? Und wen würde Jesus uns da an die Seite stellen? Oder wer steht da schon?
Ich finde es hilfreich, mir vor Augen zu führen, wer mir zur Seite steht. Auf welche Menschen ich mich verlassen kann. Auch wenn ich dann letztlich viele Sachen schon auch alleine mache.
Geht zu zweit oder zu zwölft! Gemeinschaft ist wichtig, für sperrige Aufgaben oder tolle grosse Projekte.

Eine gesegnete Zeit im neuen Schuljahr und einen schönen September wünscht Ihnen
Pfarrerin Gabriele Weiss
Bereitgestellt: 03.09.2019