Süsses Kaninchen - Monatsgedanken Dezember 2018

Süsses Kaninchen2<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5</div><div class='bid' style='display:none;'>925</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Viele tauschen Katzenbilder oder Rezepte auf Facebook aus, andere schauen sich lieber Fussball an. Wir haben die Wahl. Wir können Weihnachten als Idylle sehen: Krippe, Engel, Kind, Ochs und Esel, d.h. allein als Erholung und Auftanken vom Alltag.
«Wir können uns Bilder von kuscheligen Kaninchen anschauen, oder uns über die Realität informieren», meint der Kabarettist Nico Semsrott, «und darüber traurig werden».

Trauer zu empfinden, ist ein sinnvolles Zeichen des Lebens.
Tränen sind ein Ausdruck von Lebendigkeit, dass mir etwas fehlt. Und dass uns Menschlichkeit, Teilnahme, Empathie, Frieden wichtig sind. Sie sind so wichtig wie Selbstbestimmung, Freude und Verbundenheit.
Wenn ich mir darüber klar bin, dann gehören diese Bedürfnisse mir. Sie sind meine Stärke.

Oder wie war das gemeint, mit dem Frieden auf Erden?
Schauen wir uns lieber Bilder von Kaninchen an? Und übersahen die hier produzierten Panzer, die in Bahrein gegen Demokratiebestrebungen und Menschenrechte eingesetzt wurden, oder deren Bezahlung in armen Ländern wie Botswana für Bildung und Gesundheit fehlt? Akzeptieren wir, dass das Geld unserer Pensionskassen auch in Rüstungskonzernen angelegt ist?

Auch ich schaue mir gerne Kaninchen an.
Als Kind habe ich gerne mit ihnen im Garten meiner Oma gespielt. Und war entsetzt, wenn sie in Buttermilch eingelegt das Fell abgezogen hatten - einer der Gründe, warum ich kein Fleisch esse.
Ich höre die Stimme des Propheten Micha: "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen."

Das Friedenslicht aus Bethlehem in Palästina ist auch ein Zeichen. Es verbindet viele Menschen auf der Welt in der Sehnsucht nach einem gerechten Frieden. Mahatma Gandhi sagte: «Jene, die behaupten, Religion hätte nichts mit Politik zu tun, wissen nicht, was Religion ist.»

Ich zünde ein Licht an. Und zugleich trete ich dafür ein, dass unsere Freiheit christlich gesehen immer Freiheit in Verantwortung ist. Das bedeutet als Forderung und Ziel: strenge Exportkontrollen, Rüstungsbegrenzung und -konversion. Die Kirchen mögen noch stärker ihre Stimme für Abrüstung, Verständigung und friedenspolitische Lösungen erheben. Das Zeichen dazu finden wir in der Krippe: Der sagt: «Selig sind die Gewaltlosen und die Frieden stiften».

Eine friedvolle Zeit wünscht Ihnen
Ihr Pfr. Andreas Bertram-Weiss

Veröffentlicht: Andreas Bertram-Weiss     Bereitgestellt: 28.11.2018