Ein kleiner Rückblick auf 17 Jahre - Monatsgedanken Mai 2018

Maria W_04 2018<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5</div><div class='bid' style='display:none;'>845</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Maria Widmer schaut zufrieden auf 17 Jahre Mitarbeit in der Vorsteherschaft zurück.
Für die unterstützende Mitarbeit in der Vorsteherschaft, das langjährige Mithelfen beim Kirchencafé und die vielen Einsätze beim Besuchsteam danken wir Maria Widmer sehr herzlich.
Die Fragen stellte Andreas Bertram-Weiss.
# Du warst jetzt 17 Jahre in der Vorsteherschaft.

Wie bist du dazu gekommen, dich für den Glauben zu interessieren?

Es ist eine Prägung von daheim während der Kindheit – mein Vater war Organist, meine Mutter gab Sonntagsschule.
Es ist ein Suchen und Ringen, finde ich.
Es ist mir ein Anliegen, da mitzuarbeiten und mitzudenken, weil der Glaube ein Pfeiler in meinem Leben ist. Die Frage nach Geburt und Tod beschäftigt alle Menschen.
Man ist immer auf dem Weg, und ich bin noch nicht am Ziel.

# Und wie bist du in die Vorsteherschaft gekommen?

Nach einem Gespräch zur Konfirmation unserer Kinder wurde ich angefragt.
Ich bin für Verena Schönholzer (erste Kirchenrätin im TG) gekommen. Sie hat mich mit ihren Ideen und ihren Meinungen beeindruckt. Da war sie auch schon älter und weise, das habe ich toll gefunden.

# Du stellst Rückfragen, wenn du etwas nicht verstehst, fragst kritisch nach und vertrittst deine
eigene Meinung in den Sitzungen …


In das Mittragen in den Sitzungen bin ich hineingewachsen. Der Kreis der Kirchenvorsteherschaft
hat mir Gelegenheit gegeben, mich zu entwickeln.
Ich habe Vertrauen gespürt und getraute mich immer besser, meine Meinung zu äussern. Einige Male gab es Entscheidungen, die wir treffen sollten, bei denen ich mich überfordert gefühlt
habe.

# Du warst für den Bereich der Seniorenarbeit zuständig, was hat dir daran Freude gemacht?

Ich habe mich immer gegen den Gedanken gewehrt, dass das Alter trostlos ist.
Wenn du mit jedem einzelnen Menschen ein Gespräch führtest, dann könntest du ein Buch schreiben – was der schon alles erlebt hat, schöne und traurige Sachen.
Ich bin gerne mit Menschen zusammen, und nun gehöre ich selbst zu den Senioren. Die Senioren
an den Nachmittagen mit einem selbstgebackenen Kuchen zu überraschen, bereitete mir grosse Freude.

# In den vielen Jahren hast du unzählige Gestecke und Blumen liebevoll gebunden und zubereitet, wie bist du dazu gekommen?

Ich kann sagen, dass ich einen grünen Daumen habe und gerne im Garten arbeite.
Auf eine Anzeige der Steinerschule hin habe ich in der Floristikgruppe mitgearbeitet. Da haben wir
uns zwischendurch bei Tschudins auf dem Feldhof im Team getroffen. Das hat mich inspiriert und motiviert. Im Herbst haben wir Trockenkränze und später Adventskränze gemacht.

# Was bedeuten Pflanzen und Blumen für dich? Wofür stehen sie?

Wir haben als Kinder den ganzen Sommer draussen gespielt, sind auf Bäume geklettert. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir zur Natur Sorge tragen.
Die Pflanzen und Blumen stehen für das Werden, die Vielfalt und die Farben.
Im Frühling kommt bei mir immer wieder der Wunsch auf, etwas zu säen und zu pflanzen.

# Das Kirchencafé hast du mit einigen Freiwilligen organisiert und es ist zu einem festen Bestandteil geworden.

Ich finde es schön, wenn die Leute nach der Predigt noch einen Moment dableiben und sich unterhalten. Wir haben das Privileg, dass unsere Mesmerin alles vorbereitet. Wir vom Team kochen den Kaffee und schenken ihn aus.

# Du bist auch im Team für Geburtstagsbesuche, was liegt dir daran?

Der Kontakt mit den Jubilaren. Man hört aus deren Leben. Und da ist die Achtung vor denen, die schon älter sind.
Ich komme aus dem Pflegeberuf. Darum habe ich es geschätzt, Zeit zu haben, mit dem Jubilar Tee zu trinken und mit ihm zu reden. Es interessiert mich, wie die Menschen ihr Leben leben und meistern.
Ich finde es gut, dass wir nicht direkt am Geburtstag hingehen.

# Und welcher Teil im Gottesdienst ist dir wichtig?

Sicherlich die Auslegung, die Predigt würde ich vermissen. Die Lieder, die sucht ihr oft passend zur Predigt aus. Ich habe mich auch schon gefragt, wie man den Gottesdienst verändern oder
auflockern könnte. Es gibt auch Sonntage, da bin ich einfach gerne in diesem Raum und das Drumherum ist nicht so wichtig.
Die Kirche bietet einen Raum, in dem ich meinen Gedanken nachgehen oder einfach sein kann – es ist wie ein geschützter Ort, ein Kraftort.

# Für das Gespräch danke ich dir, Maria.

Autor: Andreas Bertram-Weiss     Bereitgestellt: 30.04.2018