Kinderleicht - Monatsgedanken August 2017

1234und Fenster<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>48</div><div class='bid' style='display:none;'>790</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

1-2-3-4- diese Zahlenfolge können wir schnell mit den Fingern zeigen. Wir können sie wahrscheinlich auch in anderen Sprachen aufsagen und waren mal als kleine Kinder stolz, dass wir schon so weit zählen können. Klassische Telefonnummern haben wir als Kinder ja auch gelernt: Polizei, Feuerwehr, Notruf…
Im Studienurlaub wanderten wir unter anderem auf den Spuren der Hugenotten in Hessen. Dorfsiedlungen in Kreuzform, kleine schlichte Predigtkirchen, alte und neue Kirchwege. Vieles an dem wir mit dem Auto vorbeifahren würden, entdeckten wir am Wegesrand.
In Rauschenberg fanden wir eine originelle Hausinschrift: 1234- so steht es an einem schmucken Fachwerkhaus. 1-2-3-4 - dies ist die Telefonnummer vom dortigen Pfarramt. Kinderleicht. Ich war so begeistert von dieser Idee, weil durch diese Merkhilfe auf den ersten Blick auch der Kontakt mal so einfach wirkt. 1-2-3-4 - einfach anrufen.
Wie schön es ist, mit Menschen in Kontakt zu kommen, habe ich auch im Studienurlaub immer wieder erlebt. In Neuseeland reichten sich in den Gottesdiensten, die wir besucht haben, die Menschen im Gottesdienst die Hand und oft fragten sie auch kurz: „Wie geht es?“ oder in unserem Fall:“ Woher kommt ihr?“ Auch nach dem Gottesdienst kamen wir immer wieder gut ins Gespräch mit Menschen, die sich freuten, dass da Gäste vom anderen Ende der Welt sind. Es war lebendige Gemeinschaft und das mit so einfachen Mitteln. Natürlich ist es menschlich. Menschen mit gleichen Interessen verbinden sich im Beruf, in der Freizeit, in Vereinen, in sozialen Netzwerken.

1-2-3-4- wie leicht oder schwer machen wir es anderen mit uns ins Gespräch zu kommen? Wie lassen wir andere an unserer Gemeinschaft teilhaben? Wie gehen wir mit denen um, die andere Ansichten haben?
Manchmal setzen wir uns selbst zu viele Grenzen und verpassen Situationen, in denen wir einfach mal hätten „kontakten“ können. Nicht jedes Gespräch braucht gleich tiefschürfend zu sein.
Am Schluss der Briefe von Paulus stehen immer Grüsse. Christen denken von dort aus, wo Paulus ist an die Christen, an die er schreibt. Wir sind miteinander verbunden. Das war den frühen Christen rund um das Mittelmeer damals wichtig. Auch heute sind wir Christen miteinander verbunden, sei es über das Grüssen, sei es über das Gespräch, sei es weltweit am Sonntag über das Unservater am Schluss des Gottesdienstes, das die neuseeländischen Christen oft singen.
1-2-3-4- ich grüsse Sie herzlich wieder zurück aus dem Studienurlaub und wünsche Ihnen gute Gespräche und Grüsse im August,
Ihre Pfarrerin
Gabriele Weiss
Autor: Andreas Bertram-Weiss     Bereitgestellt: 14.08.2017