Schöpferische Pausen - Monatsgedanke

Kirche mit Schafen (Foto W D Burkhard)_11 2016<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kircheamsee.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>5</div><div class='bid' style='display:none;'>767</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Einem Umgang mit den Pausen während der Arbeit zu finden, der einen wirklich erfrischt, ist nicht immer leicht. David Kindermann hat einen Weg gefunden, der zum Denken anregt.
In einer Kleinstadt in den USA lebt der Busfahrer David Kinderman. Er fuhr immer wieder die gleiche Strecke von Süden nach Norden und zurück von Norden nach Süden. Er hatte ungefähr zehn Minuten Pause zwischen den Fahrten. Ruhepausen.
Der grosse Platz am Ende seiner Fahrt im Norden war mit dickem Gestrüpp überwuchert. Dornen, Dreck, Ödland. Menschen kippten ihren Müll dorthin. Der Busfahrer beschloss, seine Ruhepause anders zu verbringen, als griesgrämig im Bus zu sitzen, über die bösen Zeitgenossen zu schimpfen oder die Zeitung zu lesen und eine Zigarette zu rauchen.
Am Ende jeder Fahrt stieg er aus dem Bus, sammelte Abfall auf, hackte Unkraut oder entfernte einen Busch. Sechsmal am Tag. Dann stieg er wieder ein, fuhr weg und kam nach einer Stunde zur nächsten Ruhepause. Langsam verwandelte er in seinen ,,Ruhepausen" den Dornen- und Abfallplatz in einen Garten. Richtige, stattliche Bäume stehen jetzt nach vielen Jahren dort. Die Rasenflächen sind mit weissen Feldsteinen umrandet. Ein Kiesweg führt zu einem Picknickplatz.
Aus der Müllhalde ist durch die täglichen sechs mal zehn Minuten Ruhepause eines gewöhnlichen Busfahrers eine grüne Oase geworden. David Kinderman hat sich bei alledem prächtig erholt. Er ist heute Mitte siebzig und so etwas wie ein Held. Dabei hat er nichts Übermenschliches getan. Er hat in aller Ruhe gelassen das eine um das andere getan. Das hat ihm sogar noch Spass gemacht. Fünfmal in der Woche sechs mal zehn Minuten. Er hat sich dabei jeweils gut erholt.

Wir fallen mit einer schöpferischen Pause nicht einfach in ein Loch. Mit einer schöpferi-schen Pause tun wir, was Gott selbst nach sechs Schöpfungstagen tut: Wir treten einen Schritt zurück, gehen auf Distanz zum alltäglichen Tun. Lassen wirken, was bisher ge-tan ist. Wenden uns anderem zu. Und lernen staunen. Das Geschaffene bekommt ein Gesicht. Neues entsteht unter unseren befreiten Händen und Gedanken.
Wie können sie sich so schöpferische Pausen gönnen, und wie planen sie sie, damit sie sie auch wirklich haben?

„Gott segnete den siebenten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte.“ 2. Mose 2,2

Pfr. Felix Marti
Autor: Andreas Bertram-Weiss     Bereitgestellt: 01.02.2017     Besuche: 30 Monat